Hinreißend getanztes Leben präsentiert


Eine farbenprächtige, bewegende Show boten die Akteure der zweiten orientalischen Nacht am Samstag in der Creglinger Stadthalle.

Creglingen. Nach drei Jahren Pause wurde bei der zweiten Orientalischen Nacht, die die Tanzvilla Creglingen am Samstag in der Stadthalle ausgerichtet hatte, wieder viel geboten. Das Programm: Ein gelungener Mix mit 22 Aufführungen von Tanzgruppen und Solotänzerinnen, die Highlights gut gesetzt. Hinreißend, mitreißend - Bühne frei für das pure, getanzte Leben.

Zittern, fächeln, wedeln, vibrieren, leichtfüßig über die Bühne schweben und dabei allerlei Requisiten mit einzubeziehen und - außer der Haltung mit das Wichtigste: Immer den entsprechenden Gesichtsausdruck dazu machen, das zeigten die Profis wie beispielsweise Lina aus Leipzig, viele weitere Profis und Laientänzerinnen in einer farbenprächtigen, bewegenden Show.

Den Anfang machten die Jüngsten der Creglinger Tanzvilla, die Bambini, mit einem Türkisch Pop, der choreographisch und im Ausdruck nahezu perfekt saß. Mit einem Bellydance verzauberten anschließen die Sumaikas, die etwas älteren Schülerinnen der Tanzvilla, das Publikum.

Für die nächste Gruppe wurden im Vorfeld spezielle Vorsichtsmaßnahmen getroffen, die Feuerwehr war vor Ort. Die Gruppe Nudjum mit Lina aus Leipzig tanzte sich mit Leuchtern und brennenden Kerzen ihren Weg durchs Publikum auf die Bühne, auf der sie einen beeindruckenden Schamadan (Leuchtertanz) aufführten, der das Publikum nach dem gelungenen Einstieg durch die "Kleinen" vollends in den Bann von Tausendundeinernacht zog.

Schwungvoll ging es weiter, und das Frauenensemble der Tanzvilla, die Alimas, legten einen flotten Bellydance hin. Aus Sindelfingen angereist war die Gruppe Bina Oriental, die, mit zwei Männern besetzt, einen mystischen Säbeltanz präsentierte.

Sehr gut gelungen war die Auswahl der genreübergreifenden Musiktitel, so dass nicht nur mit den tänzerischen Darbietungen, sondern auch musikalisch eine überzeugende Vielfalt geboten wurde. Weiter ging es mit der Solotänzerin Aziza, die erdig, barfuß und voller Lebensfreude unter vollem Körpereinsatz einen Baladi (vom Land kommend, folkloristisch) tanzte.

Wie Moderatorin Maria Czerniejewski angekündigt hatte, wurde es dann im wahrsten Sinne des Wortes bewegend: Die jungen Tänzerinnen "Skyflowers" der Tanzvilla tanzten mit Isis-Wings eine uralte Geschichte von Menschen, die einen Wolf jagen. Sie wurden für diesen Schleiertanz mit donnerndem Applaus belohnt. Die Gefühlswelt zwischen Schmerz und Lebensfreude tanzte sehr überzeugend die Solistin Anscha zu Geige- und Saxophonklängen. Die Moondancer, noch eine junge Gruppe der Tanzvilla, präsentierten einen mystischen und wunderschönen Fächerschleiertanz. Elegant und voller Anmut ging es weiter mit einem getanzten Muwashahat (arabisch-andalusisch) der Gruppe Nudjum mit Lina. Szenenapplaus gab es auch für den Doppel-Säbel-Trommel-Solotanz von Ceyan Fefeh. Kurz vor der Pause traten noch einmal die Alimas mit einem modernen und poppigen Straßentanz auf. In der Pause lockten einige Stände im Eingang der Halle mit modischer Ausstattung, Schmuck und anderen Angeboten. Die Bar war geöffnet und es gab einige Leckereien und Deftiges zum Essen, so dass sich das Publikum für die nächste Etappe stärken konnte. Den Einstieg in den zweiten Teil des Abends boten wieder die Tänzerinnen aus Leipzig mit einer atemberaubenden Schleier- und Fächervariation, wie die Moderatorin angekündigt hatte. Furios ging es weiter, unter anderem mit den Gruppen Banat El Waha und Bondarchu (Tribal). Unter die Haut ging ein weiterer Auftritt der Moondancer aus Creglingen, mit einer Choreographie von Helen Habel zu dem Song "Sound of Silence". An diesem Abend hat die Tanzvilla wieder bewiesen, dass großartige Events in Creglingen möglich sind. anib


© Fränkische Nachrichten, Montag, 14.11.2016   


 

Tanzvilla  Creglingen   e.V.

Orientalischer Tanz